Fachwerkhäuser werden allgemein als kanadische Häuser bezeichnet. Allerdings ist nicht jedem bekannt, dass das sogenannte kanadische Fachwerkhaus nur eine von mehreren Arten ist.

Es gibt drei gängige Arten von Fachwerkhäusern: kanadische, skandinavische und deutsche.
Kanadische Fachwerkhäuser
zeichnen sich durch Stürze über Tür- und Fensteröffnungen aus. Sie verringern die Dämmwirkung und müssen daher entsprechend gedämmt werden. Kanadische Häuser können sowohl vorgefertigt als auch vor Ort gebaut werden. Die Fassade besteht meist aus Vinylverkleidung, Holz, Gips auf Polystyrol-Träger oder Ziegelverkleidung.
Skandinavische Fachwerkhäuser
haben dickere, tragfähigere Stangen als die kanadischen. Sie haben keine Stürze; Stattdessen wird eine spezielle Platte verwendet, die unter der gesamten Decke des Gebäudes montiert wird. Die Aussteifung der Konstruktion erfolgt außen mit Bitumenfaserplatten und innen mit Gipskartonplatten. Die Fassade besteht meist aus Holz und das Haus ist vorgefertigt.
Deutsche Fachwerkhäuser
oder genauer gesagt, Häuser mit einem schweren deutschen Rahmen, sind die schwersten Strukturen von allen hier genannten. Sie verwenden dickere Elemente zum Bau des Hauses und eine Fundamentplatte anstelle eines herkömmlichen Fundaments. Als Baumaterial kommt KVH, also Konstruktionsvollholz zum Einsatz, das sich durch hohe Dauerhaftigkeit und Feuerbeständigkeit auszeichnet. Die Lebensdauer von Fachwerkhäusern nach dem deutschen System wird auf etwa 100 Jahre geschätzt. Diese Häuser sind komplett vorgefertigt.
Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass die Konstruktion eines Fachwerkhauses nicht immer aus Holz besteht. Es könnte genauso gut aus Stahl sein. Der Begriff „Fachwerkhaus“ ist daher nicht gleichbedeutend mit dem Begriff „Holzhaus“.
